
Die Beschreibung der Feldenkrais Methode ist ebenso individuell wie es diejenigen Personen sind, die die Methode für ihr Weiterkommen verwenden. Darum hier drei Beschreibungen zur Auswahl:
Möchten Sie Ihre eigene Definition suchen oder herausfinden, dass alle drei auf Sie zutreffen?
Die eine Technik heisst Feldenkrais® - Bewusstheit durch Bewegung. Sie wird mehrheitlich in Gruppen durchgeführt. Dabei werden Bewegungsabläufe auf leichte und spielerische Weise von Ihrer Lehrerin vermittelt und von Ihnen meist bequem auf dem Boden liegend durchgeführt, ohne Zwang, ohne Eile, in Ihrem ganz persönlichen Rhythmus. Heilsame entspannende und klärende Wirkungen stellen sich sehr schnell ein und Sie können in Bezug auf Ihre festgefahrenen Bewegungsmuster immer feinere Unterschiede wahrnehmen und für sich Alternativen suchen und finden.
Die andere Technik heisst Feldenkrais® - Funktionale Integration. Sie wird in Einzelarbeit durchgeführt. Sie basiert auf denselben neurophysiologischen Zusammenhängen wie die Gruppenarbeit, ist jedoch auf Ihre ganz persönlichen Bedürfnisse ausgerichtet. Ihr/e Feldenkrais LehrerIn fragt Sie nach Ihren Wünschen und sucht mit Ihnen dafür Lösungen. Durch die Berührung und das Bewegtwerden eröffnet sich oft ein schnellerer und direkterer Zugang zu neuen Bewegungs-Mustern, als dies bei eigener aktiver Bewegung möglich ist. Sehr oft sind nach Lektionen in "Funktionaler Integrationen" Schmerzen verschwunden und Sie können eine grosse Leichtigkeit in Ihrem Denken und Handeln sowie Freude verspüren.

Foto: Michael Wolgensinger
Die Feldenkrais Methode wurde von Dr. Moshé Feldenkrais (1904 - 1984) entwickelt. Feldenkrais war in seiner Jugend von Weissrussland ins damalige Palästina ausgewandert und hatte dort als Ingenieur gearbeitet. Später doktorierte er an der Sorbonne in Paris in Physik und wurde Mitarbeiter von der Nobelpreisträgerin Marie Curie-Joliot. Nachdem er sich eine schwere Knieverletzung zugezogen hatte und die Ärzte ihm zu einer Operation mit Versteifung des Kniegelenkes rieten, begann er sich selbst für seine Rehabilitation einzusetzen. Als Physiker geprägt, studierte Feldenkrais daraufhin die menschlichen Bewegungsabläufe. Er stellte fest, dass die Bewegungen des Menschen nicht isoliert betrachtet werden können, sondern bestimmt werden durch Einflüsse der Gravitation, Orientierung im Raum, Neurophysiologie, Biologie und gesellschaftliche Werte (Sitz gerade! Das tut man nicht!).
Feldenkrais erkannte als einer der Ersten, dass jede Tätigkeit, jede Bewegung, jede Emotion über das Nervensystem geleitet und gesteuert wird. Das bedeutet, dass das Nervensystem anpassungsfähig und lernfähig ist. Unser Gehirn, die kompakteste Ansammlung von Nervenzellen in unserem Körper, nimmt im Laufe unseres Daseins Informationen aus dem Körper und der Umwelt (über unsere Sinne) auf, speichert diese und ordnet sie als wichtig oder unwichtig ein. Das Gehirn macht das, was wir ganz allgemein als Lernen und Denken kennen und auch so bezeichnen. Aber es ist eben noch mehr: Es ist die Schaltzentrale unseres Nervensystems. Und die muss immer wieder neue Informationen verarbeiten und entsprechende Anpassungen (Bewegungen) vornehmen. Davon ausgehend sagt der Begründer Feldenkrais: "Bewegung ist Leben, ohne Bewegung ist Leben nicht vorstellbar."
Die Feldenkrais Methode wird seit über 20 Jahren in den meisten europäischen Ländern, in Israel, den USA, Südamerika, Australien, Japan und Neuseeland unterrichtet. Weltweit gibt es zirka 50 akkreditierte Feldenkrais TrainerInnen und 7000 Feldenkrais LehrerInnen. Die meisten von ihnen führen eine eigene Praxis.
Jedoch hat die Feldenkrais Methode auch in vielen Kliniken Eingang gefunden, sie wird an Universitäten, Sport- und Theaterschulen unterrichtet und es gibt, in Zusammenarbeit mit verschiedenen WissenschaftlerInnen, gemeinsame Forschungs-Projekte.
In der Schweiz wird die Feldenkrais Methode von den meisten Krankenkassen - im Bereiche der Zusatzversicherung - anerkannt, und die Leistungen werden (grösstenteils) zurückerstattet.